Wladimir Klitschko gilt eigentlich als beherrschter Mann, aber an diesem Abend in Hamburg war das anders. Klitschko, 38, war sauer, sehr sauer sogar. “Ich war etwas emotional, dafür möchte ich mich entschuldigen”, sagte Klitschko zu den Reportern, diesmal wieder in bedächtigem Ton.

Was für ein Kontrast zu der Szene kurz zuvor im Ring: Da hatte Klitschko seinen am Boden liegenden Gegner Kubrat Pulew angeschrien, unmittelbar nach dem finalen Niederschlag in der fünften Runde, der dem Schwergewichtsboxerdie Titelverteidigung gebracht hatte.

Lästereien, Großmäuligkeit, Selbstvermarktung am Rande der Lächerlichkeit – das kennt man von allen großen Boxkämpfen, wenn die Herausforderer sich in Stellung bringen. Normalerweise lässt Klitschko so etwas nicht an sich heran. Doch der Bulgare Pulew, der dem Ukrainer den IBF-Gürtel abnehmen wollte, hatte den Titelverteidiger enorm gereizt. Klitschko würde dopen, hatte Pulew vor dem Fight angedeutet, und er schlage “wie ein Mädchen”.

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